Was ist das Festival
Das mäd festival ist ein dreitägiges Zusammenfinden für Menschen mit Psychoseerfahrung, Angehörige und sozialpsychiatrisch tätige Fachpersonen. Seit 2023 findet es jährlich am Schwielowsee bei Potsdam statt. Drei Perspektiven treffen an einem Wochenende aufeinander. Krisenerfahrene teilen ihre Erfahrungen, Angehörige tauschen sich aus, Fachpersonen hören zu und verstehen. Hinter den jeweiligen Rollen von Patient:innen und Behandler:innen befinden sich Menschen, die voneinander lernen und andere Sichtweisen begreifen möchten. Das Programm ist vielfältig. Von Yoga am See und kreativem Schreiben über Workshops zur partizipativen Forschung bis zu Runden darüber, wie es sich anfühlt, Stimmen zu hören und einen Umgang damit zu finden. Podiumsdiskussionen, Waldbaden, Lesungen und Strandpartys schaffen Raum für Reflexion, Austausch und Lebensfreude. Der Schwielowsee bietet den Rahmen für drei ganz besondere Tage.
Die Locations
Kulturscheune Ferch
- Podiumsgespräch und Workshop: Spiritualität und Psychoseerfahrung
- Workshop: The Mindsetter – ressourcenorientiertes Kennenlernspiel
- tbc
Strandbad Ferch
- Abendliche Feiern mit vielfältigem Programm,
- Grillen und Bootsfahrten,
- Livemusik und Performances
Haus Tilia
- Ruhebereiche und Rückzugsmöglichkeiten
- Eigenes Awarenessteam mit professionellen Ansprechpersonen im Krisenfall und für Ressourcengespräche
- Workshop: Persönliches Ankerboard gestalten
- Bootsfahrten über den Schwielowsee
- Yoga am See
100
Teilnehmende
aus unterschiedlichsten Regionen Deutschlands
10
Workshops
von Stimmenhören bis zu partizipativer Forschung
3
Perspektiven
Psychoseerfahrene, Angehörige, Fachpersonen
3
Veranstaltungsorte
Kulturscheune Ferch, Strandbad Ferch, Haus Tilia
„Vielleicht liegt in dieser ‚verrückten Idee‘, ein psychiatrisches Festival zu organisieren, genau die Lösung, die unser Gesundheitssystem braucht. Weniger Distanz, mehr Begegnung. Weniger Diagnose, mehr Dialog. Weniger Angst vor Menschen, die Stimmen hören – mehr auf ihre Stimme hören.“

Dennis Stratmann
Zitiert aus stern Ausgabe 40/2025
Das Team

Dennis
FestivaldirektorAnsprechperson für Presseanfragen und Kooperationen

Kerstin
Leiterin AwarenessteamAnsprechperson für Ressourcenaktivierung und Krisenbewältigung

Andrea
Ansprechperson für Koordination, Anreise und Unterkünfte
Wie alles begann
Der Schwielowsee bei Potsdam im Sommer 2023. Ein Dutzend Menschen kommen, inspiriert von der zeitgleich entstehenden Idee eines Mad Camps in Kalifornien, am Sommerhaus von Dennis zusammen, zelten, feiern, sprechen miteinander – ohne klinischen Kontext, ohne Behandlungsagenda.Ein Jahr später wird daraus das erste öffentliche Antistigma-Festival für psychoseerfahrene Menschen. 60 Teilnehmende reisen an. Das Programm: Yoga, Workshops, Podiumsdiskussionen, Bootsfahrten, eine Strandparty. Viele der Gäste schlafen in Zelten am Sommerhaus, die andere in Unterkünften am Schwielowsee.2025 wächst das Festival auf 100 Teilnehmende. Das Programm wird vielfältiger, die Community wächst zusammen. Journalist:innen werden aufmerksam, Magazine wie der stern berichten. Was als Experiment begann, wird zu einem festen Treffpunkt für alle, die Psychoseerfahrung nicht als Ausschlusskriterium verstehen, sondern als Teil gelebter Vielfalt.

Wer ist Cordt Winkler?
Dennis Stratmann veröffentlichte 2019 unter dem Künstlernamen Cordt Winkler das Buch »ICH ist manchmal ein anderer. Mein Leben mit Schizophrenie« im Goldmann Verlag. Viele psychoseerfahrene Personen, die autobiografisch schreiben, wählen aufgrund des damit verbundenen Stigmas ein Pseudonym für ihre Veröffentlichungen. Das Schreiben half ihm, die Sprachlosigkeit zu durchbrechen, die er aus seiner Kindheit kannte. Dennis wuchs in einer Familie auf, in der über die Schizophreniediagnose seines Vaters geschwiegen wurde. Als er später selbst diese Diagnose erhielt, begann ein langer Weg zwischen Scham, Therapie und der Suche nach einem eigenen Umgang.Er absolvierte eine Weiterbildung zum Ex-In Genesungsbegleiter und arbeitete mehrere Jahre an der Berliner Charité, unter anderem in der Stationsäquivalenten Behandlung – einem Ansatz, bei dem Menschen zu Hause statt in der Klinik behandelt werden. Später entwickelte er eine digitale Therapiebegleitung mit und ist heute Speaker und Dozent. Das mäd festival ist Teil der gemeinnützigen Gesellschaft stigmafrei leben, die Dennis im Jahr 2025 zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen und zur Aufklärung über Seelische Gesundheit gegründet hat. Es ist seine Antwort auf eine zentrale Frage: Wie schaffen wir Räume, in denen Menschen sich begegnen – jenseits von Hierarchien, Scham und Stigma?
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